Pio-Probe im Verbund mit Verkehr und Sanität
Auf der Höhe der HPS stand ein Traktor mit Anhänger, der aus unerklärlichen Gründen in ein Auto gefahren war. Im Auto sassen zwei Personen, beide eingeklemmt. Ein paar Meter weiter stand ein zweites Auto. Vom Anhänger waren Strohballen heruntergefallen, einige lagen auf dem Dach, andere direkt daneben. Auch dort kamen die Insassen nicht mehr selbst heraus.
Das war die Ausgangslage für unsere Pio-Probe. Dieses Mal waren Sanität und Verkehr von Anfang an mit dabei.
Zwei Unfallfahrzeuge an einem Ort bedeuten zuerst einmal: Man kann nicht alles gleichzeitig machen. Der Gruppenführer der Pio musste früh entscheiden, wo er seine Leute einsetzt und womit er beginnt. Den Ablauf einer Rettung kennt jeder Gruppenführer. Geübt wurde, was passiert, wenn der erste Weg nicht klappt. Beim zweiten Auto lagen zum Beispiel Strohballen auf dem Dach und neben der Tür. Wer dort schneiden oder spreizen will, muss zuerst die Ballen wegbringen. Geht das nicht schnell genug, braucht es einen anderen Weg zum Patienten, etwa über die Heckklappe. Genau solche Alternativen sollte der Gruppenführer schon im Kopf haben, bevor der Spreizer angesetzt wird.
Für die Leute in der Gruppe ging es um ihre Position. Wer das Materialdepot übernommen hat, legt die Schere bereit, bevor jemand danach ruft. Wer für die Stabilisierung zuständig ist, sichert den Traktor und das Auto so, dass sich beim Schneiden nichts mehr bewegt. Das ist bei einem Traktor mit Anhänger eine ganz andere Sache als bei zwei Personenwagen.
Die Sanität ist am nächsten beim Patienten. Sie merkt als Erste, wenn es ihm schlechter geht. Deshalb muss sie mit der Pio laufend reden. Ein wichtiger Punkt war der Unterschied zwischen Betreuungsöffnung und Rettungsöffnung. Die Betreuungsöffnung ist der Weg hinein zum Patienten. Oft reicht es, eine hintere Seitenscheibe einzuschlagen, damit sich ein Sanitäter auf den Rücksitz setzen und den Kopf halten kann. Die Rettungsöffnung ist der Weg hinaus. Manchmal muss dafür das ganze Dach weg, damit der Patient auf dem Spineboard gerade nach hinten gezogen werden kann. Wo welche Öffnung am meisten Sinn macht, hängt vom Fahrzeug ab. Das haben wir direkt an den Autos angeschaut.
Der Verkehrszug hat die Unfallstelle gesichert und den Verkehr darum herumgeleitet. Ohne das kann an den Autos niemand in Ruhe arbeiten. Wichtig ist aber auch der Blick auf die Umgebung. Auf dieser Strasse fahren regelmässig Lastwagen zur Feldschlösschen-Brauerei. Ein Sattelschlepper kann nicht einfach wenden, wenn er vor einer Absperrung steht. Er braucht eine Umleitung, die für ihn auch wirklich fahrbar ist. Daran muss der Verkehrszug denken, bevor der erste Pylon steht, und nicht erst, wenn der Lastwagen schon wartet.
Besten Dank der Übungsleitung für die spannende Übung.